
["Der Feinschmecker" 2/2005]
Die besten 300 Cafés in Deutschland
Das Café Bormuth in Darmstadt am Marktplatz
Die Fachleute haben entschieden...
Innenstadt, Marktplatz 5
Tel. 06151-170 90, Mo-Fr 7.30-19 Uhr, Sa 7.30-18 Uhr, So 10.30-18 Uhr
Seit über 50 Jahren ist das Kaffeehaus in Darmstadts Innenstadt eine feste Institution. In klassischmodernem Ambiente startet man den Tag mit einem der vielen Frühstücksangebote - mit Brot und Brötchen aus der eigenen Bäckerei oder Spezialitäten wie Apfelweintorte und Margarethenkuchen. Terrasse mit Blick auf den historischen Marktplatz.
[Darmstädter Echo, 19.4.2004]
Frühling, hast Du Töne
Darmstädter trafen sich am Marktplatz
Frühling, hast du Töne: Der Samstag machte vieles wett - lange Kälte und manche Verdrossenheit. Die Darmstädter kamen auf dem Marktplatz zusammen, um zu atmen, zu riechen, zu schmecken- und zu hören. Denn in ungewohnter Wärme klingtdie Stadt gleich ganz anders. Eine Flötistin gibt die Melodie vor, ein fantatrinkender Junge gurgelt sein gluckerndes Solo, bei Bormuth knistern die Freiluft-Croissants und in der Wunder-Bar kräht der vorwitzige Gast "Ich hätt' gern ein Sommergetränk!" Das Glockenspiel schellt die Uhrzeit aus, und die Hochzeitsgäste hupen den neuen Lebensabschnitt in die Welt hinaus. Im Einkaufskorb schaben die Spargelstangen, und wenn wir wieder daheim sind, lassen wir den Sektkorken knallen. FOTOS: ROMAN GRÖSSER
[Darmstädter Echo, 2002]
Markise statt Schirm - Streit um Marktplatzbewirtung beigelegt
Auch auf der Westseite des Marktplatzes werden sich die Menschen im Freien bewirten lassen können. Wenn alles glatt geht, will der Betreiber des Café Bormuth, Jorgo Droukas, Anfang Mai auf dem neuen Pflaster Tische und Stühle aufstellen. In der vergangenen Woche, schien dieser Teil der vom Magistrat gewünschten Belebung des Platzes, noch gefährdet. Wie berichtet, hatte Denkmalpfleger Nikolaus Heiss Bedenken wegen der geplanten Bar mit Schirmdach, die seiner Ansicht nach das historische Ambiente gestört hätte. Droukas argumentierte, dass er eine Einrichtung von angemessener Größe brauche, um professionell arbeiten zu können. Auf Geheiß von Oberbürgermeister Peter Benz schaltete sich sein persönlicher Referent Klaus Schreiber in den Streit ein. Durch seine Vermittlung konnte der Streit beendet werden. Es wird keinen großen Sonnenschirm geben, Droukas soll dennoch genügend Platz erhalten, um die Versorgung seiner Gäste zu gewährleisten. , Die geplante Bar soll sich - von den Säulen der Kolonnaden vor dem Café aus - etwa drei Meter weit auf den Platz erstrecken. Eine Markise soll vor Sonne und Regen schützen. Der Gastronom plant 80 bis 90 Sitzplätze. Heiss hatte eine kleinere Version der Bar zwischen zwei Säulen und eine kürzere Markise vorgeschlagen
[Darmstädter Echo, 2002]
Streit um Großschirm auf dem Marktplatz
Denkmalschützer gegen Café-Bar mit Sechs-Meter-Sonnendach -
Noch erinnert die Westseite des Darmstädter Marktplatzes an einen Flickenteppich: Hier liegt Sand, dort ist schon ein Stück des neuen Pflasters zu sehen, an anderen Stellen wird noch gegraben. Auch vor dem Café Bormuth - eins der letzten traditionsreichen Kaffeehäuser der Stadt - sind die Bauarbeiter am Werk. Dort, wo gestern noch ein Lastwagen voller Kies stand, will Bormuth-Pächter Jorgo Droukas eine Bar mit Zeltdach einrichten, um Gäste im Freien bewirten zu können. Eine städtische Kommission, die sich mit der künftigen Nutzung des neu gestalteten Marktplatzes beschäftigt, droht nun, das Projekt zu Fall zu bringen.
Der stärkste Widerstand kommt aus dem Amt für Denkmalpflege. Das Schirmdach im zusammengefalteten Zustand störe den optischen Eindruck des Marktbrunnens allzu sehr, argumentieren die Denkmalschützer. In der tat ragt der Schirm, wenn er in Planen gehüllt ist, vier Meter in die Höhe. Ausgespannt hat die Überdachung für die runde Bar, in der laut Droukas alles vorhanden ist, was für einen professionellen Betrieb benötigt wird, einen Durchmesser von sechs Metern und eine Höhe von 2,70 Metern. Damit könnte sich die Anlage die insgesamt 300.000 Mark kosten soll, zwischen zwei der neuen Kastanienbäume schmiegen, die dort im Herbst gepflanzt werden sollen.
Droukas, der das Kaffeehaus am Marktplatz seit Anfang des Jahres betreibt, hält diese Größe für unumgänglich. "Da das Café im ersten Stock liegt, brauche ich eine komplette Infrastruktur für die Bewirtung im Freien", sagt er. Weder auf den Vorschlag, den Schirm farblich an die Umgebung anzupassen, noch darauf, ganz auf das Stoffdach zu verzichten, habe sich das Amt für Denkmalpflege beim Treffen der Marktplatzkommission am Dienstag einlassen wollen. Der Gegenvorschlag der Denkmalschützer: eine Bar zwischen den Säulen der Kolonaden inklusive einer Markise mit 1,50 Metern Spannweite. "Das reicht nicht, um den Ansprüchen der Gäste zu genügen. Außerdem weiß ich nicht, wo dann die Fußgänger laufen sollen", wendet Droukas ein.
Nach Angaben der Pressesprecherin der Stadt, Lisette Nichtweiß, wünscht auch der Magistrat, dass der Marktplatz lebendiger wird. Und daran wird sich der gestern vorgelegten Koalitionsvereinbarung zufolge auch unter rot-grüner Vorherrschaft nichts ändern, die Pressesprecherin gibt allerdings zu bedenken, dass auf dem Platz zwischen Schloß und Standesamt möglichst keine festen Außenanlagen installiert werden sollen. Zudem befürchtet die Feuerwehr, die Schirmbar lasse nicht genügend Platz für Ihre Fahrzeuge.
Auch diese Einwände sind für Droukas nicht stichhaltig. "Das Ganze lässt sich in zwei bis drei Stunden abbauen", sagt er. Im Notfall könne der Schirm in 45 Sekunden zusammengeklappt werden, um genügend Platz für Feuerwehrautos zu schaffen.
Im Rathhaus wird darauf gesetzt, dass der Streit heute in einem Gespräch zwischen Droukas und dem Leiter der Denkmalpflege, Nikolaus Heiss, beigelegt wird. Der Kaffeebetreiber will sich aber offensichtlich nicht, wie die Verwaltung hofft, auf eine Bar zwischen den Säulen einlassen. "Ich bin nicht auf die Terrasse angewiesen. Wenn kein adäquater Betrieb möglich ist, lasse ich es bleiben", kündigt der Gastronom an.
Café Bormuth wird Restaurant
Bäckerei und Konditorei von Matthias Bormuth bleiben - Café im ersten Stock verpachtet
Es ist nicht sicher, wie der 1981 im Alter 68 Jahren gestorbene Ehrenlandesinnungsmeister des hessischen Bäckerhandwerks, Theo Bormuth, das aufgenommen hätte, was sein Enkel Matthias (34), Bäcker- und Konditormeister sowie diplomierter Betriebswirt, mit einem Teil des inzwischen als GmbH firmierenden Unternehmens vorhat. Aber Theo Bormuth, der in den 70er Jahren dafür plädiert hatte, dass die Bäckereien in Hessen an einem Tag der Woche geschlossen bleiben - was auch konsequent durchgeführt wurde - konnte nicht ahnen, dass 1996 der Ladenschluss geändert würde. 1985 hatte die Familie Bormuth ihr Café in der ersten Etage ihres Hauses in der Stadtmitte von Darmstadt im Jugendstil-Ambiente mit viel Lokalkolorit neue gestaltet. Nach wie vor werden im Erdgeschoß die Bäckereiwaren und die Konditoreiprodukte verkauft. Über eine Treppe gelangt man zum Café. Dieses soll nach dem Willen von Matthias Bormuth an einen Gastronomen verpachtet werden. Dazu ausersehen hat er Giorgio Droukas, der als Betreiber der renommierten Orangerie-Gaststätte und als Wirt im Hessischen Staatstheater Darmstadt bereits einschlägige Erfahrungen sammeln konnte.
Er wird das Frühstücks-Angebot beibehalten. Dazu kommen eine durchgängige Speisekarte und wöchentlich mehrmals wechselnde Mittagsgerichte. Damit kommt Matthias Bormuth den vielfach geäußerten Wünschen seiner Kundschaft nach. Ob der Backwarenverkauf künftig sonntags stattfindet, darüber sind sich die Bormuth noch nicht klar. Man will erst einmal abwarten, ob sich die Innenstadt weiter belebt. Doch das Café wird auf jeden Fall an den Sonntagen geöffnet sein. Für die warme Jahreszeit ist geplant, vor dem Haus Tische und Stühle aufzustellen.
[Darmstädter Echo, Klaus Honold - 29.8.2000]
Gastronom pachtet Café Bormuth
Das Café Bormuth in Darmstadts Innenstadt wird an einen Gastronomen verpachtet. "Wir freuen uns darüber, dass die Zuwachsraten im Gastronomie-Bereich beträchtlich sind. Aber mit unserem Wissen in Sachen Gastronomie sind wir an unsere Grenzen gestoßen", erläutert Matthias Bormuth den Entschluss. Bormuth zog die Konsequenz und hat das Café zum 1. Januar 1997 an einen professionellen Gastronomen verpachtet, "der sich in Darmstadt bereits einen Namen gemacht hat": Georgio Droukas. "Wir sind die Spezialisten für Kuchen und Torten und werden das Café weiterhin versorgen, Droukas ist der Spezialist für Gastronomie und wird diesen Teil bedienen", hat Matthias Bormuth festgelegt. Vertraglich wurde abgesichert, dass das "Café Bormuth" auch in Zukunft als solches erkennbar bleibt. Der Pächter will alle Café-Mitarbeiter übernehmen und auch die Einrichtung unverändert lassen
[Darmstädter Echo, Alexander Schneider, 14.12.2001]
Brandursache: Die Kühltheke Bormuth: Keine Eröffnung vor Weihnachten
Café bis April zu
Geschmolzene Plastikverkleidungen, verbrannte Holzeinrichtung, überall Ruß, Asche und vor allem der zähe Rauchgestank - 36 Stunden nach dem nächtlichen Brand am frühen Mittwochmorgen sieht es im "Café Bormuth" am Marktplatz chaotisch aus. Die Ursache des Feuers, bei dem ein Mann mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden musste, steht unterdessen schon fest: Nach den Untersuchungen der Darmstädter Kriminalpolizei und Brandsachverständigen des Landeskriminalamts entstand das Feuer durch einen technischen Defekt an einer Kühltheke für Torten am Café-Tresen. Von hier aus breitete es sich in den Gastraum aus. "Es gibt keinerlei Hinweise auf fahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten von Personen", betonte gestern Polizeisprecher Heiner Jerofsky. Unterdessen haben sich Matthias Bormuth und Georgios Droukas, der Pächter des ausgebrannten Cafés, an die Bestandsaufnahme des Schadens gemacht. Nach ersten Schätzungen von Polizei und Feuerwehr beläuft er sich auf etwa eine Million Mark. Bormuth und Droukas hoffen unterdessen noch auf eine geringere Summe: "Das hängt vor allem von der Untersuchung eines Sachverständigenlabors am Freitag ab", sagte Bormuth gestern. Dies werde prüfen, ob der Rauch des Feuers in die Wände und unter den Putz gezogen ist oder - zumindest in dem im Erdgeschoss gelegenen Verkaufsraum - durch eine gründliche Reinigung beseitigt werden kann. "Im schlimmsten Fall müssten wir nicht nur die Verkaufseinrichtung ersetzen, sondern auch den gesamten Putz von den Wänden abschlagen, um den Rauch aus dem Mauerwerk zu bekommen." Renovierungsarbeiten, die auf Pächter Droukas in jedem Fall zukommen werden. Außerdem muss selbst die vom Feuer verschonte Inneneinrichtung komplett ersetzt werden. Frühestens im April oder Mai kann das Café wieder öffnen. Bormuth hofft auf eine wesentlich schnellere Wiedereröffnung. I Bormuth hofft auf eine schnelle Widereröffnung. Im Moment schiebt die Bäckerei Sonderschichten, um die am Marktplatz zentral eingelagerten, jetzt ungenießbaren Weihnachtswaren - Plätzchen und Christstollen im Wert von etwa 50 000 Mark - zu ersetzen. Allerdings: "Gestern war ich noch optimistisch, heute kann ich an eine Eröffnung vor Weihnachten nicht mehr glauben."
[Darmstädter Echo, Alexander Schneider, 13.12.2001]
Café Bormuth am Marktplatz ist Mittwochnacht ausgebrannt Eine Million Mark Sachschaden
Defekt an der Kühltheke?
Auf dem Marktplatz versperren Absperrgitter den Durchgang zwischen den Kolonnaden. Flatterband hält die Besucher des Weihnachtsmarktes von der Laden- und Häuserzeile ab. Immer wieder bleiben Menschen stehen und blicken hoch zum ersten Stock. Wo am Dienstag im "Café Bormuth" am Marktplatz noch Gäste bewirtet wurden, sind jetzt die gekippten Frontfenster von Rauch und Ruß geschwärzt. In einem Fenster klafft ein großes Loch, Scherben liegen auf dem Kopfsteinpflaster hinter den Absperrgittern. In der Luft hängt noch immer der stechende Brandgestank - eine Mischung aus Asche und geschmolzenem Plastik. Es war ein Sicherheitsmann des Weihnachtsmarktes, der Mittwochnacht gegen 2.45 Uhr als Erster den Brand im Café im Obergeschoss. Als die Feuerwehr sechs Minuten später mit einem Löschzug und 16 Mann Besatzung auf dem Marktplatz eintraf, standen die Räume hinter den Fenstern schon lichterloh in Flammen. Nach Angaben der Feuerwehr brannte es im Umkreis von fünf Metern rund um den Tresen, also im hinteren Bereich des Restaurants. "Bei einem solchen Brand entsteht eine Hitze von etwa 800 bis 900 Grad. Da ist es kein Wunder, dass auch Sicherheitsfenster platzen", erklärte gestern Johann Braxenthaler, der stellvertretende Amtsleiter der Darmstädter Berufsfeuerwehr. Zwar habe man das eigentliche Feuer bereits nach einer halben Stunde löschen können, "trotzdem ist der erste Stock irreparabel zerstört und muss aufwendig saniert werden". Bei den Löscharbeiten bemerkten die Feuerwehrmänner, wie sich ein Mann im zweiten Stock am Fenster bemerkbar machte und um Hilfe rief. Ein Trupp drang daraufhin in den Hausgang ein und holte den Bewohner über das Treppenhaus ins Freie. Mit Verdacht auf eine leichte Rauchvergiftung wurde der Mann anschließend in ein Krankenhaus gebracht, konnte aber bereits gestern wieder entlas zu keinem Zeitpunkt die Gefahr, dass das Feuer auch auf die Nachbargebäude übergreift, wegen der starken Rauchentwicklung mussten wir aber deren Bewohner evakuieren." Davon betroffen war auch Sigrid Schneider von der benachbarten "Boutique Oui". "Ich wohne im Nachbarhaus und habe tief und fest geschlafen, als wir um drei Uhr morgens von der Feuerwehr geweckt wurden. Wir mussten sofort das Haus verlassen und sind dann mit etwa zehn anderen Evakuierten aufs Schlossrevier und dann später in den Ratskeller gebracht worden. Erst um sechs Uhr durften wir wieder in die Wohnung." Nach einem kurzen Frühstück steht sie jetzt übernächtigt in dem Modegeschäft und sortiert die nach Rauch stinkenden Kleider aus. "Das wird wohl ein Fall für die Versicherung", sagt Schneider. Im betroffenen Gebäude selbst bietet sich am Morgen ein Bild der Verwüstung: Nicht nur der Gastraum ist ausgebrannt, auch der darunter liegende Verkaufsraum der Bäckerei ist durch Ruß und Löschwasser stark in Mitleidenschaft gezogen. Brandexperten der Kripo schätzen den Schaden auf etwa eine Million Mark. Vorläufig, denn erst heute kommen die Spezialisten des Landeskriminalamtes. So lange bleiben die Räume versiegelt. Auch die wahrscheinliche Brandursache scheint schon ausgemacht: ein technischer Defekt an einer der Kühltheken. "Das ist das absolut Schlimmste, was uns passieren konnte", zeigt sich Matthias Bormuth betroffen. Nach dem Anruf der Feuerwehr war der Geschäftsführer der Familienbäckerei schon in der Nacht zum Brandort geeilt. Durch den Rauch seien nicht nur die täglichen Lebensmittel, sondern auch die dort zentral gelagerten Weihnachtswaren für alle Bormuth-Cafés unbrauchbar geworden. Jetzt muss ein Labor testen, ob giftige Dämpfe in den Verkaufsraum gezogen sind. Erst dann kann entschieden werden, wann das Geschäft wieder öffnen kann. Bormuth: "Es ist ja nicht nur irgendein Laden, sondern unser Stammhaus. Das tut schon weh, und mir ist absolut zum Heulen zumute."
[Darmstädter Echo, Klaus Honold - 29.8.2000]
"Klipp und klar: Jetzt muss das Ding weg"
Weil der Marktplatz kein Strand ist: Droukas baut den Ponton vor Bormuth wieder ab
"Freie Sicht aufs Mittelmeer!" und "Unterm Pflaster liegt der Strand" - das waren ja mal die Sprüche der Spontigeneration, vor zwanzig Jahren. Als sei, etwas spät, einer dieser romantischen Wünsche Wirklichkeit geworden: So wirkt der hellhölzerne Ponton, den der Pächter des Cafés Bormuth, Jorgo Droukas, in dieser Saison auf dem Marktplatz verankert hat. Manchem gefiel das, anderen gefiel es nicht, zumal, als auch noch Windfänge mit Werbetafeln um die knapp 40 Tische auf der Plattform herumwuchsen. Die Stadt stieß sich ebenfalls daran; der Wirt, so heißt es, habe seine Sondernutzungsgenehmigung (die sich auf die Freigastronomie bezieht) überschritten. Als Droukas 1997, nach der Umgestaltung des Marktplatzes, sein Café eröffnete, war noch die Rede von einer drei Meter tiefen Bewirtungszone. Damals bereits hatten Stadtplanungsamt und der Denkmalschutz Einwände gegen weiter reichende Pläne des Pächters erhoben. Warum? Die Neugestaltung des Marktplatzes hatte dessen Belebung zum Ziel; zugleich aber sollte er auch endlich als großzügiger, offener urbaner Raum zur Geltung kommen. Darauf wiesen gestern Oberbürgermeister Peter Benz und Denkmalpfleger Nikolaus Heiss hin. So etwas wie die befestigte Terrasse, die einst dem Ratskeller diente, sollte es eben nicht mehr geben. "Droukas' Ponton verletzt die gelungene städtebauliche Gestaltung des Platzes", erklärt Heiss. Damit ist die aufwendige Pflasterung angesprochen, die bewusst Bezug nimmt auf den architektonischen Rahmen des Markts. "Auf dem Luisenplatz würde auch keiner auf die Idee kommen, so ein Podest aufzustellen", sagt Heiss. Droukas selbst sieht das ganz anders. "Hier war doch immer mediterranes Flair erwünscht", sagt er, "dem habe ich entsprochen." Podeste wie das seine seien in südlichen Ländern häufig zu finden. Ja, am Strand aber nicht auf dem Pflaster - halten die Stadtplaner dagegen. Wozu ein Plateau, wo ein Platz vorhanden ist? "Weil ich neue Stühle gekaufthabe", sagt Droukas. "Das Café hat jetzt ein Teakholz-Konzept. Auf den hartkantigen Steinen nehmen die Stühle Schaden, sie können, wenn jemand Gewichtiges draufsitzt und damit rückt, sogar zerbrechen." Und deshalb das Podest. Dass Droukas' neue Stühle schön sind, dies finden alle. Auch in der Stadtverwaltung. Seine technischen Probleme müsse der Wirt jedoch anders lösen. "Die Stadt duldet das nicht", sagt Oberbürgermeister Benz. Schon vor einiger Zeit war dies dem Wirt mit einer entsprechenden Verfügung deutlich gemacht worden. "Der Marktplatz soll nicht in Nischen eingeteilt werden, die das Gesamtbild beeinträchtigen", betont Benz. Der gut hundert Quadratmeter große Ponton, so Heiss, entziehe dem Platz Fläche, "und dies auch abends und nachts, wenn das Café geschlossen ist." Droukas hatte gegen die Verfügung Widerspruch eingelegt, und die Stadt war zunächst geneigt gewesen, dem Verfahren nicht vorzugreifen. In der Verwaltung hieß es, die Freiluftsaison dauere sowieso nicht mehr lang. Nächstes Jahr werde das Verbot dann durchgesetzt. Erleichtert nahm man zur Kenntnis, dass Droukas die Plattform zum Marktplatzfest abbaute. Als sie nun vor einigen Tagen trotz des Verbots wiedererrichtet wurde, da sei er "doch sehr überrascht gewesen", so Benz. Auch aus Gerechtigkeit den anderen drei Wirten am Markt gegenüber: "Klipp und klar, jetzt muss das Ding weg." Es könne doch nicht sein, ergänzt Benz' Referent Klaus Schreiber, "dass Droukas sich eine Art Bestandsschutz ertrotzt, bis die Saison zu Ende ist." Kaum war das ausgesprochen, hatte Droukas davon auch schon erfahren. "Mit mir kann man immer reden", beteuerte der Wirt gestern Nachmittag. Er habe nicht gewusst, dass es der Stadt so ernst sei. "Aber wenn man auf mich zukommt, dann mache ich das auch. " Noch am Montagabend werde er das Podest abschlagen. Und nie wieder aufbauen. "Das ist doch selbstverständlich."
[Darmstädter Echo, Ariane Stech / Klaus Honold - 13.8.1997]
Milchkaffee und Ferienstimmung Marktplatz, Carree, Luisenplatz
Ein Bummel durch Darmstadts neue Cafés
Es ist erst ein paar Jahre her, da mußte eine Colabüchse mitnehmen, wer in Darmstadt unter freiem Himmel etwas trinken wollte. Gastronomie gehörte in geschlossene Räume, als einzige Ausnahmen wagten es das Mini-Café und die Eisdiele am Luisenplatz, Stühle rauszustellen. Das hat sich geändert. Jetzt gibt es plötzlich so viele Straßencafés, daß der Magistrat sich schon mit ersten Anfragen befassen muß, wie denn dieses Treiben einzudämmen sei. Lassen wir Nörgler in ihren Wohnstuben sitzen die Darmstädter Innenstadt ist viel reizvoller geworden. Im Straßencafé zu hocken und der Welt zuzuschauen, das ist fast so schön wie Urlaub. Der Dippegucker hat sich ein paar der neueren Cafés näher angeschaut. Café Bormuth Beim Café Bormuth sitzt man nicht nur wie im Urlaub, dort klingt es auch nach Urlaub. Die großen Sonnenschirme, um die es natürlich wieder Streit in Darmstadt gegeben hat, flattern mit lautem Flappflapp im Sommerwind und erinnern an Abende am Meer, an Segelschiffe und Fahnen. Beim Darmstädter Café-Klassiker Bormuth, dessen Küche jetzt von Jorgo Droukas bewirtschaftet wird, gibt es durchgehend zu essen. Die Karte ist klein und wechselt. Diese Woche im Angebot: Pfifferlinge in Sahnesauce mit Tortellini für 13,80 Mark eine gute Portion, die Tortellini etwas weich, die Pfifferlinge etwas spärlich. Besser: ein gemischter Salat mit gutem Essig-Öl-Dressing, Hähnchenstreifen und gedünsteten Tomaten für 12,80 Mark. Ansonsten auch hier belegte Brötchen, Eis, Drinks, guter Kaffee, reichlich Kuchen. Eine große Apfelschorle mit naturtrübem Saft ist für fünf Mark zu haben. Ein Lob gebührt den netten und flinken Kellnerinnen. Auch Arbeitnehmer mit kurzer Mittagspause werden streßfrei satt. Abends ist leider um 19 Uhr Schluß die Öffnungszeiten sind also ausbaufähig.
[Darmstädter Echo, Ariane Stech - 15.11.1996]
Pächter für Café Bormuth Droukas leitet Gastronomie, Bäckerei bleibt
Das Café Bormuth am Markplatz wird zum Jahreswechsel verpachtet und soll künftig eine vielfältigere Speisekarte anbieten. Es wird auch sonntags aufhaben. Konditorei und Bäckerei im Erdgeschoß bleiben in der Hand des 1913 gegründeten Familienunternehmens Bormuth und liefern nach wie vor Kuchen, Torten und Brötchen für das Café im ersten Stock, das der Darmstädter Gastronom Jorgo Droukas ("Premier Cru") übernimmt. Der Grund für den Wechsel: "Wir sind von Haus aus Bäcker und Konditor, aber die Nachfrage nach einem gastronomischen Angebot in unserem Café ist immer größer geworden", sagt Inhaber Matthias Bormuth. "Wir haben mit kleinen Speisen wie Salaten und Quiches angefangen, mittlerweile bieten wir auch einen Mittagstisch mit Gerichten wie etwa Hirschgulasch oder Fischfilet. Das hat schon Restaurant-Charakter, und deshalb wollen wir an einen Gastronomen verpachten." Droukas will die Mitarbeiter übernehmen und auch an der Einrichtung nichts ändern: "Das Darmstädter Traditionscafé bleibt erhalten, und es gibt auch weiter Kaffee und Kuchen." Die Speisekarten eine feste und eine alle zwei bis drei Tage wechselnde sollen bodenständige Gerichte wie Tafelspitz und Weißwürste anbieten, aber auch Bistroküche. Sonntags soll es einen Brunch geben. Droukas möchte in der wärmeren Jahreszeit Stühle und Tische und eine kleine Bar vor die Tür stellen dort, wo bisher Parkplätze waren. Ob das Café sich künftig an den neuen Ladenöffnungszeiten orientieren wird, stehe noch nicht fest.